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Wushu

Wu Shu Kung Fu

Im Westen hat sich leider fälschlicherweise der Begriff „Kung Fu“ (wörtlich übers. „Harte Arbeit“) als Bezeichnung der chinesischen Kampfkünste etabliert. Die korrekte Bezeichnung „Wu Shu“ (Kampfkunst) umfasst alle chinesischen Kampf- und Bewegungskünste, sowohl Faust- als auch Waffenformen, hartes Qi Gong und innere Stile wie Tai Ji Quan, Bagua Zhang und Xingiy Quan.

Im Unterschied zu einigen anderen (z.B. japanischen) Kampfsportarten ist Wu Shu keine einheitliche Kampftechnik. Im Wu Shu existieren ca. 300 - 600 verschiedene Kampfsysteme und bis zu 2'000 verschiedene Stielrichtungen und Mischformen. Eine grobe Einteilung ist möglich nach der geographischen Herkunft und anhand der Yin-Yang Philosophie.

Die geographische Grenze der Zuteilung ist fliessend; sie liegt etwa auf der Höhe von Shanghai. Merkmale der nördlichen Stile sind lange Techniken, hohe Sprünge und Tritte und komplizierte Faustarbeiten. Südliche Stiele dagegen sind geprägt von schnellen und präzisen Handtechniken, eher tiefen Stellungen und kräftiger Beinarbeit, aber wenig Sprüngen und Tritten.

Heute existieren im wesentlichem drei Systeme der inneren, weichen Schule: Tai Ji Quan, Xingiy Quan und Bagua Zhang. Alle andern Systeme werden der harten, äusseren Schule zugeordnet. Auch hier ist es, ganz im Sinne der Yin-Yang Philosophie, der Übergang fliessend. Jedes Kampfsystem ist letzten Endes eine Kombination von harten und weichen Elementen.

Herkunft

Die Herkunft der chinesischen Kampfkünste ist umrankt von Mythen und Legenden. Man nimmt an, dass frühere Formen der Kampfkunst in China bereits vor 4'000 Jahren existierten, aber konkrete Aufzeichnungen darüber gibt es keine. Auf jeden Fall wurden die Ausformungen des Wu Shu über Jahrhunderte von der wechselvollen politischen und militärischen Entwicklung des chinesischen Reiches geprägt.

Shang und Zhou-Dynastie

Die Zeit der Shang- (ca. 1600-1050 v.Chr.) und Zhou-Dynastie (ca. 1050-221 v.Chr.) war geprägt von ständigen militärischen Auseinandersetzungen. Da es überall Gewalt gab, stieg die Bedeutung der Kampfkunst auch unter der Zivilbevölkerung. In dieser Zeit etablierte sich neben Bogenschiessen und Waagenrennen auch eine Form des Ringkampfes als militärische Sportart. Aus dieser Zeit stammt auch das erste bekannte Buch über Kriegskunst.

Qin und Han-Dynastie

Während der Qin- (221-206 v. Chr.) und Han-Dynastie (206 v. Chr.-220 n. Chr.) entstanden die ersten eigentlichen Waffenformen. Das Kampftraining, insbesondere Schwert- und Faustkampf gehörte zur militärischen Grundausbildung. Gute Schwertkämpfer genossen zu dieser Zeit höchstes Ansehen.

Sui-Dynastie

Nach dem Ende der Han-Dynastie zerfiel das Reich wieder in mehrere Teile, wurde 280 vereint, zerfiel 290 abermals und wurde erst unter der Herrschaft Sui-Dynastie (589 - 618) neu vereint. In diesem Zeitraum erhielt die Kampfkunst wichtige Impulse. Hua To, ein berühmter Arzt und einer der ersten Verfechter der Präventivmedizin, entwickelte aus der Beobachtung von Tieren (Tiger, Hirsch, Affe, Vogel und Bär) eine Folge von fünf Übungen (Tierimitationen) zur Kräftigung des Körpers. Obwohl nicht zu Kampfzwecken gedacht, gelten diese Übungen als Vorläufer der klassischen Wu Shu-Tierformen. Unter dem Einfluss des Taoismus und Buddhismus wurde Wu Shu erweitert mit medizinischen Theorien und Atemtechniken. Bodhirama, der berühmte indische Patriarch, zeigte den Mönchen des Shaolin-Klosters Übungen, mit denen sie ihren Körper für das stundenlange Meditieren stärken konnten. Seine Lehre von der Einheit von Körper und Geist führte so letztendlich zur Entwicklung von Selbstverteidigungs-Techniken und markierte den Beginn des Shaolin-Kung Fu.

Ming-Dynastie

Eine weitere Hochblüte erlebte das Wu Shu während der Ming-Dynastie (1644-1911). Qi Jiguang, ein berühmter General, veröffentlichte ein Buch, worin er 16 Faust- und weitere 40 Stock- und Speerformen detailliert beschrieb und illustrierte. Ausserdem erarbeitete er neben vielen Tainingsmethoden auch Theorien über Kampfkunst.

Qing- oder Mandschu-Dynastie

Während der Qing- oder Mandschu-Dynastie (1644-1911) war das Praktizieren eines Kampfsportes dem normalen Volk nicht erlaubt. So entwickelten sich viele geheime Bünde und Gruppierungen, die das Wu Shu pflegten und weiterentwickelten. In dieser Zeit fällt auch die Entwicklung von Tai Ji Quan und des Choy-Lai-Fut.

Gründung der Volksrepublik China

Nach der Gründung der Volksrepublik China (1949) wollten die kommunistischen Machthaber von überlieferten Traditionen nichts mehr wissen. Viele Meister der Kampfkunst flüchteten ins Ausland nach Taiwan und Hong Kong um weiter zu unterrichten zu können. Schon bald aber erkannte man den Wert der Körperübungen für die Volksgesundheit und begann, Wu Shu und Tai Ji Quan gezielt zu fördern. Wu Shu Training wurde bereits in der Grundschule obligatorisch. Allerdings war das moderne Wu Shu lange Zeit eine rein akrobatische Bewegungskunst; ihm fehlten die Elemente der eigentlichen Kampfkünste. Nach und nach begann man, vermehrt traditionelle Stile ins moderne Wu Shu zu integrieren, um daraus wieder eine eigentliche Kampfkunst zu machen.

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